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Im fruchtbaren Elbbecken entlang an beiden Ufern des Flusses Elbe liegt die Stadt Kolín (Köln). Von den reichen archeologischen Funden in der Stadt und derer nähesten Umgebung blieben zahlreiche Andenken von sämtlichen, in Böhmen bisher bekannten Besiedlungen erhalten. Hier war die uralte Kreuzung der wichtigen, seit den Zeiten des Römischem Imperiums benutzten Handelswege. Davon zeugen auch die Funde der alten, besonders aus der Antike stammenden Münzen. Zu Beginn der 2. Hälfte des 13. Jh. ordnete Pøemysl Ottokar II. den Einwohnern von Kolín an, die Stadt mit Stadtmauern zu befestigen, was eine Eintragung in Lateinisch auf dem Formular eines Königsschreibers beweist. Die älteste datierte Urkunde, in welcher der Name der Stadt Kolín erscheint, stammt aus dem Jahre 1261. Die böhmischen Könige Karl IV. und Wenzel IV. schenkten der Stadt eine Reihe von Privilegien, die den Aufschwung der Stadt und das Reichtum der Bürgerschaft unterstützten. Damals gehörte Kolín zu den größten und bekanntesten Städten des Königreichs. Die Zeit der größten Demütigung und Not trat während des Dreißijährigen Krieges ein, als Kolín unentwegt belagert und geplündert wurde. Am 18. Juni 1757 spielte sich in der Nähe der Stadt eine der blutigsten Schlachten des siebenjährigen Krieges zwischen Preußen und Österreich ab. In dieser "Schlacht bei Kolín" besiegten die Heere von Maria Theresia den preußischen König Friedrich. Danach wurde der König gezwungen Prag zu evakuieren und Böhmen zu verlassen. Großen Aufschwung erreichte Kolín unter der Herrschaft von Kaiser Joseph II., Handwerk und Handel wurden neu belebt, wodurch auch das Leben in der Stadt schneller pulsierte. Die Zeit der nationalen Wiedergeburt in der ersten Hälfte des 19. Jh. schritt in Kolín segensreich vorwärts. Kolín war unter den ersten Städten, in denen sich der Patriotismus verbreitete. Die Errichtung der Eisenbahnlinie im Jahr 1845 unterstützte die Entwicklung von Industrie und Handel. 1869 wurde in der Stadt eine Gasbeleuchtung installiert und im Jahr 1872 die Nordwestbahn in Betrieb genommen. Die weitere Entwicklung der Stadt wurde durch beide Weltkriege unterbrochen. Die Periode zwischen den Kriegen bedeutete die Konjunktur der Stadt Kolín und derer Industrie. Im Jahr 1927 wurde die Brücke über die Elbe und 1932 der Bau des Dampfkraftwerks beendet. Das Stadtzentrum bildet der Marktplatz in dessen ursprünglichen Form mit Barockschildhäusern. In der Mitte steht der Brunnen aus dem Jahr 1780 und die Pestsäule aus dem Jahr 1682. Sehenswert ist das Rathaus, dessen Zeremoniensaal mit einer Galerie, die mit der Deckenmalerei und drei Bildern des Malers Wenzel Radimský ergänzt ist. Die gotische Kirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jh. dominiert der Stadt. Dieses monumentale Gebäude mit zwei achteckigen Türmen und einem vier eckigen Glockenturm ist das Werk des Architekten Peter Parléø und seit Jahrhunderten ein Merkmal der Stadt und deren Umgebung. Erwähnuenswert sind auch die Reste vom Judenghetto mit einer Synagoge und mit dem alten Judenfriedhof. Mit der Stadt Kolín sind die Namen von bedeutenden Persönlichkeiten verbunden, die dort geboren wurden, lebten und arbeiteten. Zu den hier Gebürtigen gehören einer der größten der Pantomime Jean Gaspard Deburau, die Maler Vincenc Morstadt und Rudolf Kremlièka, Fotograf Josef Sudek, Dichter Josef Svatopluk Machar und Karl Leger, die Schauspielerin Theresia Brzek und die weltberühmte Opernsängerin Ludmila Dvoøáèek. Der Komponist und Kapelmeister Franz Kmoch machte die Stadt weltberühmt, woran alljährlich das Blasmusikfestival "Kmochs Kolín" erinnert.

 

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