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Die Stadt Beroun wurde an einem Furt am Fluß Berounka an einem strategisch wichtigen Ort, d.h. an dem bedeutenden Handelsweg von Prag nach Pilsen und weiter nach Westen führend, gegründet. Auf grund der wirtschaftlichen und strategischen Bedeutung wurde sie 1265 zur Königsstadt erklärt. Anfang des 14. Jh. wurde Beroun mit Stadtmauern umgeben. Zur Befestigung gehörten über 30 Basteien und 4 Tore, von denen zwei, das Prager und Pilsener Tor erhalten blieben und die Dominanten des Marktplatzes in Beroun darstellen. Außer diesen historischen Denkmälern nimmt den Besucher auch die gewaltige Kirche St. Jakob und das Rathausgebäude gefangen. Das sog. Jenštejn-Haus an der Südseite des Marktplatzes, inkl. mehrerer benachbarter Giebelhäuser, läßt ahnen, wie in etwa der Kern der Stadt zu deren Blühtezeit aussah. Der Stadtkomplex in sich wurde 1992 zur Denkmalszone erklärt. Beroun nimmt auch aus naturwissenschaftlicher Sicht eine einzigartige Stellung ein. Sie liegt im Zentrum des nach dem bedeutenden französischen Forscher Barradien benannten geologischen Gebiets. Hier existiert eine Schichtenfolge alter Urgebirge mit reichen Fossilfundstätten, die an einigen Stellen zu weltweiten Vergleichslokalitäten erklärt wurden. Die größere Umgebung von Beroun gehört zum Naturerbe der Welt, und die Stadt selbst ist das Tor zum Naturschutzgebiet Køivoklátsko mit umfangreicher Flora und zum Èeský kras (Böhmischer Karst) mit einzigartigen Karstgebilden - Schluchten, Höhlen und bizarren Klaksteinfelsenwänden in Caòontälern der Flüsse Berounka und Kaèák. Die größten und gleichzeitig karstologisch und archeologisch bedeutendsten Höhlen sind der Offentlichkeit zum Teil zugängig, z.B. das Labyrinth auf dem Berg Zlatý Kùò unweit von Beroun. Das Naturschutzgebiet Køivoklátsko ist ebenfalls eine biosphärische UNESCO Reservation. Die Geschichte der Stadt Beroun und dessen Naturreichtum sind durch Sammlungen im Museum Èeský kras, im JenštejnHaus, auf dem Hus-Platz belegt. Die Stadt ist auch mit einer Reihe bedeutender Persönlichkeiten verbunden, die hier lebten und wirkten. Die Schule in Beroun besuchte der in Hudlice gebürtige Josef Jungmann, Josef Antonín Seydl wirkte hier, und der o.g. Joachym Barrande hielt sich hier auf. Als Repräsentant der tschechischen Nationalkultur kann z.B. der Volkskünstler Wenzel Talich erwähnt werden. Während der ganzen Jahrhunderte hing der Auf schwung der Stadt vom Niveau der Handwerksproduktion, vom Handel und davon ab, wie sie von Kriegsereignissen und Naturkatastrophen heimgesucht wurde. Erst seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts kam es zum schnelleren Anwachsen der Industrieproduktion in Beroun und der weiteren Umgebung, und zwar dank der reichen Rohstoffquellen an Kalkstein und Eisenerz.

 

Kirche St. Jakob

Kirche St. Jakob

Pilsener Tor

Pilsener Tor