| LITOMYŠL | ||||
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Litomyšl (Leitomischl), eine Stadt mit etwa 10 000 Einwohnern, liegt zwischen zahlreichen Hainen und Wäldern an der wichtigen Verkehrsader, die die Städte Prag, Hradec Králové und Svitavy verbindet. Kultur und Schulen sind hier reich an Tradition und heute steht die Stadt unter Denkmalschutz. Der Chronist Kosmas schreibt zu Beginn des 12. Jh. in seinen Angaben über Litomyšl von einer im Jahre 981 zur Herrschaft Slavníkovci gehörenden Burgstätte. Gemäß diesen Angaben bestand zwischen dem Geschlecht Slavníkovci und der herrschenden Dynastie eine gewisse Rivalität. Die Stadt wuchs aus einer Siedlung am Prämonstratenserkloster, das in den 50-er ,Jahren des 12. ,Jh. gegründet wurde, etwa an der Stelle der heuti gen Schloßanhöhe. Der längliche Marktplatz, an den sich die Oberund Untervorstadt anschließen, zeugt davon, daß die älteste Bebauung längs des Landeswegs "Trstenická stezka" existierte, der damals dieses Gebiet durchquerte. Im ,Jahre 1259 erhielt Litomyšl umfangreiche Stadtprivilegien, jedoch blieb es ,jahrhundertelang eine hörige Stadt. Der im Jahr 1344 gegründete Bischofssitz übernahm die Klostergüter und rief rege Bauaktivitäten im heutigen Schloßareal ins Leben. Bei der Eroberung der Stadt durch die Hussitenheere Beginn des 15. ,Jh. wurde der Bischofssitz aufgelöst und die Bischofskathedrale inkl. anderer Kirchengebäude niedergerissen. Nach kurzer Zeit erwarb die Familie Kostka von Postupice, des sen Mitglieder wichtige Funktionen im Böhmischen Staat ausübten, Litomyšl inkl. Herrschaft. Ende des 15. Jh. wuchs in der Umgebung des heutigen Schlosses die sog. Neuoder Oberstadt mit ihren eigenen Privilegien, die besonders die Böhmische Brüdergemeinde, Anhänger einer untersagten Reformreligion bewohnten. Zu Beginn des 16. Jh. arbeitete hier die Druckerei, . die verschiedene Schriften der Gelehrten der Brüdergemeinde herausgab. Nach einem mißlungenen Ständeaufstand 1547 wurde das Zentrum der Brüdergemeinschaft in Litomyšl aufgelöst und das Vermögen der Familie Kostka von Postupice konlisziert. 1567 erwarb die Stadt der Kanzler des böhmischen Königsreichs Wratislaw von Pernstein, der zahlrei.che europäische Länder, besonders Italien und Spanien bereiste. Er pflegte rege diplomatische Kontakte und 1ieß in Litomyšl ein Renaissance-Schloß bauen. Auch die anderen Gebäude in der Stadt wurden durch den neuen ßaustil stärker beeinflußt. Der Kanzler setzte immer härtere Gegenreformationsmaßnahmen durch. Im Jahr 1640 wurde in Litomyšl der Piaristen-Schulorden gegründet. Das Gymnasium und das später rnit ihm verbundene Institut. für Philosophie bereiteten Schüler für ein Hochschulstudium vor und schufen ein Bildungszentrum, das viele Persönlichkeiten heranzog. Zu Beginn des 18. ,Jh. baute man die imposante Piaristenkirche und Schulc:n, wohei auch an Musik- und Theaterveranstaltungen gedacht wurde. Arn Institut für Philosophie, wo außer anderem der weltweit bekannte Philosoph J. E. Purkynì studierte, setzten sich besonders in der 1. Hälfte des 19.,Jh. die Aufklärungsideen durch, und rnan orientierte sich auch auf Naturwissenschaften. Die Studenten in Litomyšl und die Ereignisse im ,Jahr 1848 wurden in der (Geschichte von Alois Jirásek, der am Gymnasiurn wirkte, literarisch gest.altet und seither hlicb diese Zeit im Unterbewußtsein der tschechischen Kulturüffentlichkeit als Symbol der nationalen Wiedergeburt. Im,Jahre 1824 wurde in Litomyšl Friedrich Smetana geboren. Er gehört zu den größteü Kornponisten der Opernmusik. Mit der Stadt sind auch die Narncn vieler hewleutender Repräsentanten der tschechischen Kultur und Wissenschaft verbunden. Die urbanistisch und architektonisch sehenswürdige Stadt Litomyšl gewinnt im europäischen Maßstab immer mehr an Bedeutung. Ein Beispiel ist das Treffen der sieben mitteleuropäischen Präsidenten in den Apriltagen von 1994, das der Präsident der Tschechischen Republik, Vádav Havel anregte. Das Kulturleben der Stadt bereicherte der 1. Jahrgang des "Internationalen Chorwettbewerbs Friedrich Smetana". |
Schloßtheater im Barockstil
Internationales Opern-festival 'Smetanova Litomyšl'-Vorstellung der Oper 'Die verkaufte Braut' von Friedrich Smetana
Litomyšl - Marktplatz mit Rathaus
Renaissanceschloß |