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  JEMNICE    
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Jemnice
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Die Stadt Jemnice liegt an der österreichischen Grenze in Südwestmähren am Fluß Želetavka. Es herrscht reger Kontakt mit dexn benachbarten Waldviertel, wozu der Grenzübergang Vranìtín - Drosendorf dient. Die Entstehungszeit von Jemnice steht mit der Errichtung der Ansiedlung an der Furt der Želetavka an der Kreuzung der Handelswege in Verbindung. Das Entstehen der Siedlung beeinflußten auch Silber- und Goldentdeckungen. Jemnice war eine Ansiedlung von, aus Gruben Erz herausschürfenden "Dachsen". Die älteste schriftliche Nachricht über die Stadt ist aus dem Jahr 1226. Zu Beginn des 13. Jh. errichtete man die Stadt auf einer Landzunge am Fluß. Im Mittelalter war ihre Blütezeit und sie wurde zur Königsbergbaustadt erhoben. In den Herrscherjahren der Luxemburger erteilte man der Stadt umfangreiche Privilegien und als gut befestigte Stadt wurde sie zur Bastei der königlichen Macht in Südwestmähren. Nach Ausschöpfung der Erzlager verloren die Herren, die Jemnice ihr Eigen nannten, Interesse an der Stadt. Bis heute ist Jemnice von einer doppelten Stadtmauer mit vier Basteien und zwei Toren umgeben. Die Bedeutung und schöne Bauart der mittel-alterlichen Stadt bezeugen die noch heute erhaltenen Kirchen. Die ältesté ist die St. Jakobskirche in Podolí, ursprünglich eine romanische Rotunde, dessen runder Turm erhalten blieb, der älteste Bau in Mähren überhaupt. Auf dem Markt latz ist die Kirche St. Stanislaus. Das Presbyterium ist hochgotisch, das Schiff ist im Renaissancestil umgebaut. Unter dem Chor sind bedeutende Renaissancegrabmäler der Herren Meseritsch von Lomnice. Am Nordrand der Stadt ist die Kirche St. Veit, ursprünglich gotisch, heute barockisiert mit Fresken von ,Josef Winterhalter. An der Kirche steht eine Gedenklinde - vielleicht zur Erinnerung an den Prediger Jan Kapistrán. Als letztes sei die St. Elisabeth-Kirche genannt. In Jemnice ist eine der ältesten Judengemeinden. Der Judenfriedhof blieb erhalten, die Synagoge zerstörte man im 2. Weltkrieg. Von der ursprünglich mittelalterlichen Burg blieb nichts erhalten. Die vielen Umbauten ließen das Schloß zum Bau des Hochbarocks werden. Die Eröffnung der Ausstellung über die Schloßbewohnung mit Originalinventar ist in Vorbereitung. Interieurs und Ausstattungen sind sehr wertvoll und das gesamte Objekt ist im Zweitrokokostil Wiener Provenienz ausgestattet. In der Tschechischen Republik ist kein anderes Schloßobjekt in deratigem Umfang und Stilreinheit erhalten. Zum Schloß gehört ein 21 ha großer Naturpark. Der letzte wesentliche Kunstbau in der Stadt ist das Mausoleum der Familie Pallavicini, das von 1901-1902 im neoklassizistischen Stil mit Verzierung des Bildhauers Ignaz Weirich erbaut wurde. Jährlich findet in Jemnice die historische Feierlichkeit BARCHAN statt, immer am Sonntag nach dem Namenstag des heiligen Veit (15. 6.). Es ist wahrscheinlich die älteste Volksfeierlichkeit in Mitteleuropa, die mit Wettlauf und Kostümumzug verbunden ist. Die Geschichte der Stadt wird den Besuchern durch die Ausstelung des städtischen Museums nähergebracht.

 

Südteil des Marktplatzes

Südteil des Marktplatzes


Jemnice - Bastei der mittelalterlichen Stadtmauern

Jemnice - Bastei der mittelalterlichen Stadtmauern


Jemnice - Barockschloß

Jemnice - Barockschloß


Mausoleum der Familie Pallavicini

Mausoleum der Familie Pallavicini